Archiv der Kategorie: Erfahrungsberichte

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – mit Rückschlägen vorwärts kommen

Das Jobplanova-Projekt hat mich schon auf vielfältige Weise inspiriert. So auch dazu wieder Sport zu treiben. Wenn man sich allerdings nun beim ersten Mal Sportwieder verletzt – so wie ich – und dann eine Woche krankgeschrieben ist und Schmerzen hat, dann kann man anfangen an der Inspiration zu zweifeln.

Aber genau darum geht es: sich ausprobieren, Erfahrungen sammeln und spüren, was man kann, was man möchte, wieviel man sich zumuten kann.

Ich komme jetzt wieder gerne, auch mit Schmerzen in die Oleanderstr. 18 und lasse mich inspirieren. Denn ich freue mich, das ich mich getraut habe einen Schritt zu machen; ich möchte weitere Schritte machen.

Auf diesem Weg möchte ich auch alle anderen ermutigen sich auch durch schmerzhafte Rükschläge nicht entmutigen zu lassen und sich zu trauen neue Dinge auszuprobieren.

Ankommen im ABI Projekt- Ein Erfahrungsbericht über den ersten Tag von Kerstin Schröder

Am 24.03.2014 begann für mich mein Weg bei der Spektrum GmbH im ABI Projekt und hiermit startete die erste  der drei Phasen, die ca. dreimonatige Aktivierungsphase.  „Der erste Tag ist immer der schwerste“, das sagt man allgemeingültig so, aber auf meinen ersten Tag traf dies  gar nicht zu.  Sicherlich, zunächst  ist alles erst einmal neu und viele Informationen stürzten auf mich ein, aber  Frau Gehle, die mich morgens empfing, erklärte mir alles ganz in Ruhe und führte mich nochmals überall herum, sodass ich einen guten Eindruck davon bekommen konnte, welche Räume zum ABI Projekt gehören und was es sonst noch so gibt. Ich bin in Raum 112 gelandet, man könnte scherzhaft sagen „das Exil“, denn der Raum beinhaltet nur sieben Plätze im Gegensatz zum größeren Raum 209 mit 18 Computerplätzen. Hier begegnete ich zunächst natürlich weniger Leuten als oben im zweiten Stock, jedoch ist der Raum für Leute wie mich, die sich zunächst im kleineren Rahmen wohler  fühlen, wie geschaffen. Der Nachteil besteht natürlich in der Tatsache, dass man so nicht sofort alle Teilnehmer des Projektes kennenlernt und schon selber die Initiative ergreifen muss um ins Gespräch mit ihnen zu kommen. Für mich persönlich aber durchaus eine gute Herausforderung, die ich gerne annahm. Ich kann euch nur raten, tut es mir gleich und nehmt zu den Leuten im jeweils anderen Raum Kontakt auf-es lohnt sich. In 112 werden Laptops genutzt, die man jeden Morgen ausleihen und auch jeden Nachmittag wieder zurückgeben muss. Dementsprechend nahmen wir gleich ein Gerät mit und ich wurde angewiesen wie alles zu benutzen sei. Alles, das sind natürlich der Laptop an sich, die Zugangsmaske zum Anmelden im Computerprogramm und die Anwesenheitsliste, die jeden Tag ausgefüllt werden möchte. Hier  tragen wir unsere morgendliche Ankunftszeit und die Feierabendzeit ein. Es gab noch ein paar Hinweise zum Wochenplan und dann konnte ich los legen-mit dem „mich einleben“. Von meinen Kollegen wurde ich offen und freundlich empfangen und durfte mich anschließen, wenn sie irgendwohin gingen. Bereitwillig wurden meine Fragen beantwortet.
Eigentlich bin ich ein relativ zurückhaltender Mensch, vor allem wenn ich vielen neuen Leuten begegne und mich in einer komplett neuen Situation wiederfinde. Ich empfinde solche Neuanfänge oft als unangenehm. Gerade hier aber konnte ich feststellen, wie wichtig und gut es ist, über seinen  Schatten zu springen und offen zu sein, anstatt sich wie immer stumm und eben zurückhaltend zu verhalten. Es erleichtert einen Start in ein Programm wie ABI enorm, wenn man bereit dazu ist, sich in Gespräche verwickeln zu lassen oder auch selbst eines zu beginnen.  Gut, ein wenig Glück gehört sicherlich auch dazu, an die  Leute zu geraten, mit denen es zwischenmenschlich  „passt“. Mein erster Tag bei ABI endete mit einer (Praktikums-) Austauschrunde, in der mir dann auch wirklich der Großteil der Gruppenmitglieder begegnete. Als Neue oder Neuer befindet man sich hier natürlich zunächst etwas auf dem Präsentierteller, aber auch ich erhielt bei dieser Gelegenheit zu jedem Gesicht schon einmal einen Namen. Fünfeinhalb Stunden sind  in der ersten Zeit und vor allem am ersten Tag anstrengender, als man es sich vorstellt, so ging es mir jedenfalls. All die neuen Eindrücke sind nicht zu unterschätzen. Schön ist, dass wirklich überhaupt kein Zeit oder sonstiger Druck ausgeübt wird und man die Zeit, die man zum Ankommen benötigt, auch definitiv zur Verfügung hat. Ich komme seit Beginn jeden Tag gerne zu ABI und habe zum ersten Mal seit Jahren keine Bauchschmerzen dabei, weil  ich hier nicht unter Leistungszwang stehe.

„20. Marktplatz Bildung“ besucht im April 2014

 

21. Marktplatz Bildung
Kosmos Berlin
Do., 16.10.2014, 10 bis 18 Uhr
Karl-Marx-Allee 131a, 10243 Berlin
www.marktplatzbildung.de

 

Ich traf mich gegen 10:00 Uhr in der Nähe des Kosmos an der Karl-Marx-Allee mit einer Maßnahmeteilnehmerin. Gemeinsam reihten wir uns in die Schlange der vielen, vielen Besucherinnen ein. Entlang an der Security umgeben von Präsenten und Broschüreverteilerinnen versuchten wir einen Weg ins Kosmos zu finden. Wohl wegen der frühen Zeit oder wegen der vielen Maßnahmen in Berlin – die schiere Masse an Besucherinnen beängstigte mich. Aufgrund der engen Verhältnisse benötigten wir einige Zeit, um einen Überblick zu erhalten, das Rondell zu durchschreiten und die Stände zu erreichen, welche für uns wichtige Informationen und Ansprechpartnerinnen bereithielten.

Erstmal Ankommen, dann Übersicht erhalten und bewahren!

Nach dem meine Begleiterin ein Gespräch mit einem Bildungsträger führte, gingen wir gemeinsam in den Saal 6 zum Vortrag von Frau Dr. Brandt  vom Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg (BBW). Diesen hatte ich mir  heraus gesucht, da ich weiterführende Informationen für die Teilhabe am Arbeitsleben[1] [aka Berufliche Rehabilitation] benötigte. Es wurde ein Handzettel ausgeteilt, auf dem Informationen über wichtige Begriffe und eine Darstellung des Ablaufs bei der Beantragung und Durchführung der Teilhabe am Arbeitsleben enthalten war. Zusätzlich wurden Adressen von Beratungsstelle genannt. Frau Dr. Brandt führte in die Regelungen zur beruflichen Rehabilitation ein. Stellte kurz die Rolle des BBW sowie anderer Rehabilitationsträger vor. Abschließend verdeutlichte Sie das vorgetragene durch zwei Fallbeispiele.
Für mich neu war der Verweis auf regionale Rehabilitationsfachberater, die bei Fragen zur beruflichen Rehabilitation beratend und begleitend tätig sind.

Marktplatz Bildung - was ist das?
Auf der Weiterbildungsmesse „Marktplatz Bildung“ Stellen in Berlin ansässige Bildungsträger und Beratungseinrichtungen sich und ihre Bildungsangebote vor. Darüber hinaus werden Informationen zur Finanzierung der Bildungsangebote vermittelt. Seit 2008 findet die Weiterbildungsmesse regelmäßig statt – im Frühjahr und im Herbst. Der Besuch ist für Bildungsinteressierte kostenfrei. Veranstalter ist die EUROPUBLIC GmbH Werbeagentur, welche mit Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen und des Europäischen Sozialfonds die „Weiterbildungsdatenbank Berlin“ wdb-berlin.de betreut und betreibt.

Die Vorträge erhellen,
die Klimaanlage sorgt für Abkühlung!

Ernüchternd für mich war die Information, dass mindestens eine tägliche Belastungsfähigkeit von 6 Stunden und mehr als Voraussetzung für eine Teilnahme an einer beruflichen Rehabilitation sind. Gerade vor dem Hintergrund meiner bisherigen sich zwar stabilisierenden aber dennoch geringen Belastungsfähigkeit besteht für mich eine große Unsicherheit, wie weit ich an diese Grenze herankomme bzw überschreite, ohne durch erneute Krankheitsphasen zurückgeworfen zu werden. Anschließend zogen wir eine weitere kurzen Bahn entlang der Reihen der Aussteller. Hier und da grüßte ich vertraute Gesichter von Spektrum, auch andere Maßnahmeteilnehmerinnen hatten die Gelegenheit genutzt sich zu informieren. Recht erschöpft verließen wir das Kosmos. Wir setzten uns in ein Café, einige Meter entfernt in der Karl Marx Allee. In der Sonne zu sitzend, bei einem Kaffee entspannt zu plaudern, half uns beiden das Erlebte sich setzen zu lassen. Nach einer halben Stunde verabschiedeten wir uns voneinander.

Ein Fazit:
Vorbereitung ist das A und O!

Dieser Ausflug war sehr informativ. Es war jedoch auch sehr anstrengend. Glücklicher Weise hatte ich mich vorbereitet. Dabei bot die Webseite* von Marktplatz Bildung gute Orientierung in Form von Leitfragen und begleitenden Information.
Ehrlich! Meine Vorbereitung hätte noch besser sein können. Ohne wäre ich jedoch sicherlich verzweifelt und verloren am Ende des Besuches, da ich weder die passenden Fragen noch die dazu passenden Ansprechtpartner und Vorträge gefunden hätte. Es lohnt sich in jedem Fall, und schont die Nerven ;]

 

Besuch im Deutschen Blinden-Museum in Berlin-Steglitz

Auf Initiative von Herrn Boß, EDV-Dozent bei der Spektrum GmbH, und unter der Überschrift „Einblicke in das Leben blinder Menschen – gestern und heute“ nahmen Teilnehmer der Kurse ABI, Jobplanova und AktivO am Freitag, den 23.05.2014, an einer pädagogischen Führung im Deutschen Blinden-Museum Berlin teil.

Je nach Gusto erfolgte die Anfahrt in der Gruppe vom Standort der Spektrum GmbH aus oder einzeln entsprechend Wohnortnähe zum Museum.

Kurz vor 11.00 Uhr, dem geplanten Beginn der Führung hatten sich dann ca. 30 Teilnehmer am Blindenmuseum eingefunden und die Veranstaltung konnte pünktlich beginnen.

Die Ausstellung im Blinden-Museum fokussiert auf die von Louis Braille eingeführte Blindenschrift
und so lauschten wir nach der Begrüßung und einleitenden Worten zur Entstehung der Blindenschrift einem Ausschnitt aus „Harry Potter“, wechselweise vorgetragen aus Blinden- und  – unter Beteiligung einer Teilnehmerin – normaler Schrift.
Bemerkenswert war die Information, dass in der Belletristik eine Kurzform der Blindenschrift verwendet wird und dennoch ein „normaler“ Band „Harry Potter“ drei Bände Blindenschrift umfasst.

Weiter ging es mit einem „Mensch-ärgere-dich-nicht“ Spiel, bei dem die Mitspieler ohne eigene Sicht würfelten und dementsprechend Figuren setzten. Die verschieden farbigen Figuren hatten fühlbare Unterschiede: rund, eckig, spitz und eingedrückt.
Das Spiel funktionierte, verständlicherweise etwas langsamer, aber durchaus korrekt.

Dann wurde das System der Blindenschrift erklärt: eine logische Abfolge von maximal 6 Punkten.

Die Teilnehmer teilten sich in drei Gruppen. Eine Gruppe ging zuerst zum Computer-Arbeitsplatz im Büro, eine zweite zu den Blinden-Schreibmaschinen und die dritte zum Schreiben in Blindenschrift (spiegelverkehrt, denn gelesen wird auf der erhabenen Seite). Die Ergebnisse an zweiter und dritter Station waren haptisch fühlbar und es wurden die verschiedensten Kärtchen „gestochen“ oder „getippt“.

Die Vorstellung am Computer war nicht weniger eindrucksvoll mit einer 15.000 € teuren speziellen Funktionseinheit für Blinde.

Außerdem konnten die Teilnehmer die einzelnen Exponate des Museums besichtigen, u. a. das russische Alphabet in Blindenschrift und nachgebildeten Köpfen für den Rassekundeunterricht an den Blindenschulen während der NS-Zeit.

Zum Abschluss konnten die Teilnehmer lernen, wie blinde Menschen z. B. Geldstücke und Geldnoten auseinander halten können, wie Uhren für blinde Menschen aussehen und funktionieren, es gab eine sprechende Haushaltswaage und ein kleines Utensil zur Bestimmung von Farben.

Insgesamt war der Tag im Deutschen Blinden-Museum Berlin interessant, mit spannenden und eindrucksvollen Einblicken in das Leben blinder Menschen.

Fazit: Besuch ist sehr lohnens- und empfehlenswert.

Kontakt:  www.blindenmuseum-berlin.de, Blindenmuseum@gmx.de

  • 01 Die längliche Lautsprecherbox am linken Pfosten markiert akustisch den Eingang