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Kunstausstellung im Rahmen der „ability week“

Kunst ist ein wertvolles Kulturgut, dass es zu fördern und zu erhalten gilt.

Diesem Satz würden sicherlich viele Menschen zustimmen. Gerade Politiker, die auf ihre Wirkung in der Öffentlichkeit wert legen, inszenieren sich gern als Freunde der Kunst. Nicht von ungefähr war der ehemalige Berliner Bürgermeister Wowereit lange Zeit in Personalunion Kultursenator der Hauptstadt.
Aber in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte hat Kunst einen schweren Stand. Daher springen vermehrt privatwirtschaftliche Unternehmen in die Bresche, um künstlerische Projekte zu unterstützen. So auch die Mercedes Benz Bank, für die gesellschaftliches Engagement ein „fester Bestandteil der Unternehmenskultur“ ist. Im Bereich Kunst fördert diese Bank finanziell in Berlin mehrere Museen, kuratiert aber auch eigene Ausstellungen.
Im Rahmen einer besonderen Ausstellung, die zur Zeit auf der achten Etage der Niederlassung Berlin zu bewundern ist, finden sich Exponate eines Kursteilnehmers des ABI-Projekts der Spektrum GmbH.

Facebookseite des Künstlers:

https://de-de.facebook.com/pages/Art-by-M-Scheffler/708798379184478

Interview mit Herrn van Donselaar

Interview mit Herrn van Donselaar, aus dem Bereich Lager und Konfektionierung

  1. Vorstellung seines Bereichs:
    • Konfektionierung: Verpackung und Versand
    • Verwalten des Lagers
    • Herstellung: Papierschmetterlinge, Quilling (Falttechnik/ gibt es seit dem Mittelalter)
  2.  Welche Voraussetzung sollte man mitbringen, um dort zu arbeiten?
    • Motiviert sein
    • Feinmotorik (fürs das Quilling)
    • Die Werkstatt ist hauptsächlich für Menschen mir psychischer und/oder auch geistiger Behinderung
    • Teamfähig sein
  3. Was wird im Laden verkauft?
    • Alle Produkte aus dem ganzen Haus (Spektrum)
    • Zum Beispiel: Hörspiele aus dem Tonstudio, Kissen aus der Textilwerkstatt, Fotoalben aus der Buchbinderei….
  4. Wer sind die Kunden?
    • Aus dem Haus
    • Leute  aus der Umgebung
    • Unternehmen, die Produkte weiter verkaufen: zum Beispiel Blumenfisch
  5. Wie viele Personen arbeiten bei Ihnen?
    • Zur Zeit 9, 11 Plätze sind vorhanden
  6. Welche Ausbildung haben Sie?
    • Gelernter Tischler (in seiner Heimat Holland gelernt)
    • Seit 25 Jahren Arbeit in dem sozialen Bereich
    • Bei Spektrum arbeitet Herr van Donselaar seit November 2013 als Fachanleiter
    • Seit 2 ½ Jahren lebt er in Deutschland
  7. Was mögen Sie besonders an Ihrer Arbeit?
    • Ich arbeite gerne mit Menschen, da ich das gut kann. Besonders gerne arbeite ich mit Menschen die Unterstützung brauchen. Ich sehe es als Herausforderung aus Menschen das Maximale heraus zu holen. Mir ist eine gute Atmosphäre bei der Arbeit wichtig.

 

 

Das Verfahren des Siebdrucks

Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedruckt wird. An denjenigen Stellen des Gewebes, wo dem Druckbild entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, werden die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbdurchlässig gemacht. Im Siebdruck ist es möglich viele Materialien zu bedrucken, sowohl flache Materialien wie z.B. ( Folien, Platten, Papier etc.) als auch geformte Materialien z.B. ( Flaschen, Gerätegehäuse, Tassen etc.) Dazu werden je nach Material spezielle Druckfarben eingesetzt. Hauptsächlich werden Papiererzeugnisse aber auch Kunststoffe, Textilien Keramik, Metall und Holz sowie Glas bedruckt. Das Druckformat reicht von wenigen Zentimetern bis hin zu mehreren Metern. Der Siebdruck wird hauptsächlich im Bereich der Werbung und Beschriftung von Textil und Keramik sowie in der Industrie angewendet. Der Siebdruck wird neben dem Hochdruck, dem Tiefdruck, und dem Flachdruck (Offsetdruck) auch als Durchdruck bezeichnet, da die druckenden Stellen der Siebdruckform farbdurchlässig sind. der Siebdruck gilt historisch gesehen als viertes Druckverfahren. Zuvor wird das noch fertige Sieb mit einer Beschichtungsmasse Beschichtet dazu wird eine Beschichtungsrinne benutzt. Nach der Beschichtung wird das Sieb in einem Trockenschrank gelegt.
Nach dem Trocknen muss das Sieb mit seiner Vorlage (dem zu Druckenden Motiv) spiegelverkehrt auf das Sieb belichtet werden. Beim Belichten wird UV-Licht mehrere Minuten auf das Sieb gestrahlt bis die zu druckenden Stellen eingebrannt ist. Danach wird das Sieb mit einem Kärcher abgespült und somit die zu druckende Stellen frei gespült. Nach dem Waschen wird das Sieb wieder in den Trockenschrank gelegt. Nach dem erneuten Trocknen werden ungewünschte Stellen im Sieb mit Retuschierflüssigkeit bearbeitet. Diese ist meist blau.
Zum Drucken werden in der Regel immer 4 Farben benutzt bestehend aus Cyan, Magenta, Yellow, Black man fängt immer mit der hellsten Farbe an. Spectral gesehen, wenn man alle Farben übereinander legt ergeben diese auch schwarz. Wobei jede Farbe eine eigene Messung hat.wobei das menschliche Auge auch in Abhängigkeit des Lichtes die Farben anders sieht.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siebdruck#mediaviewer/File:Siebdruckgewebe2.jpg

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siebdruck#mediaviewer/File:Siebdruckgewebe2.jpg

 

Dies ist Hand druck Die Druckform des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen, der mit einem Gewebe bespannt ist. Auf das Gewebe wird fotografisch (bei künstlerischen Arbeiten manchmal auch von Hand) eine Schablone aufgebracht. Die Schablone verhindert an denjenigen Stellen des Druckbildes, die nicht drucken sollen, den Farbauftrag. Die Druckform wird in einer Druckmaschine über dem zu bedruckenden Material ( z.B. Stoff) befestigt. Nun wird Druckfarbe auf das Gewebe aufgetragen und mit einem Gummirackel durch die offenen Stellen der Schablone auf den Bedruckstoff gestrichen (gerackelt). Die Farbe wird dabei durch die Maschen des Gewebes gedrückt und auf die zu bedruckende Oberfläche (z.B. Folie, Stoff) aufgetragen. Nach dem Drucken wird das bedruckte Material zu Trocknen in einer so genannten Trockenhode gelegt.

Druckprobleme

Je nach Beschaffenheit des Bedruckstoffs, der Gewebespannung, der Farbverdünnung, des Rakelschliffs und Rakeldrucks etc. können sich diverse Druckprobleme ergeben. Zu wenig Absprung (Distanz zwischen Gewebe und Bedruckstoff) kann beispielsweise zur „Wolkenbildung“ im Druck führen, da sich das Gewebe hinter der Rakel nicht sofort aus dem gedruckten Farbfilm lösen kann – es bleibt in der gedruckten Farbe „kleben“. Zu viel Absprung erhöht hingegen die Gewebespannung, was zum unsauberen Ausdrucken der Schablonenkanten führen kann. Zu dünnflüssige Druckfarbe neigt zum „Schmieren“ (Ausfließen der Farbe an den Schablonenkanten), zu dickflüssige hingegen wieder zur schlechten Farbübertragung auf den Bedruckstoff. Ein zu hoher Rakeldruck bewirkt ebenfalls ein „Schmieren“ des Druckbildes, das Gleiche gilt für eine zu rund geschliffene und ungeschliffene Druckrakel.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Japanische-schablone1.jpg

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Japanische-schablone1.jpg

 

Geschichte und Perspektiven des Siebdrucks: Im Vergleich zu den anderen Druckverfahren fehlt für den Siebdruck eine historische fundierte Schilderung zur Entstehungsgeschichte des Verfahrens. Einige wichtige Hinweise zur Siebdruckgeschichte wurden jedoch aus Fachartikeln, Fachbüchern oder Firmenprospekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überliefert. Grundsätzlich ist zwischen mittelalterlichen schablonentechniken, wie sie beispielsweise in Europa zur Dekoration von Spielkarten, Wänden oder im Japan zum Bedrucken von Textilien verwendet wurden, und der Entwicklung, die zum heutigen Siebdruck führte, zu unterscheiden. Oft werden in der Literatur die japanischen Schablonentechnik des 18. und 19. Jahrhundert als Ursprung des “ heutigen Siebdruckverfahrens dargestellt, was aber nicht belegt ist. Der in Frankreich bekannte Begriff “ Pochoir“ bezeichnet ebenfalls keine Siebdruckschablonen, sondern aus Papier, Kunststofffolie oder Blech geschnittene Schablonen. Pochoirs dienten seit Mitte des 19. Jahrhunderts zur einfachen Kolorierung von im Buchdruck gedruckten Bildern. In der Zeit des Art Deco erlebte die Pochoir- Technik ihren Kunstwerklichen Höhepunkt. Bei den Japanischen Schablonentechniken bestanden die Schablonen aus einem mit Pflanzenharzen wasserfest gemachten dicken Papier. Die einzelnen Elemente der Schablonen wurden beim Schneiden durch stehengelassene “ Verbindungsstege“ miteinander fixiert, oder durch ein Netz aus Seidenfäden miteinander „verbunden“ Das Bedrucken des Textils (Kimonos etc.) erfolgt durch eine Bürste mit der die Druckpaste auf das Textil gerieben wurde.Im 19. Jahrhundert gelangte diese Technik nach Europa und den USA. Im gleichen Zeitraum wurde in Europa und den USA im Bereich der Beschriftung ( Schilderherstellung) und teilweise im Textildruck mit einem Schablonengewebe aus Seidenganze Experimentiert. Es ist belegt, dass solche Seidenglanzschablonen zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA zum Bedrucken von Filzwimpeln und Schildern eingesetzt wurde. Man darf annehmen, dass die Technischen Impulse zum heutigen Siebdruck nicht in Asien, sondern aus dem Bereich der “ Schildermaler“ in den USA kamen. In Deutschland wurde der Siebdruck etwa seit Mitte der 1920er Jahre im Bereich der Schilderherstellung und im Textildruck angewendet, in den 1930er Jahre für Werbedrucke eingesetzt und im Zweiten Weltkrieg dann offenbar auch für Beschriftungen von Rüstungsgütern der Wehrmacht. Im gleichen Zeitraum verbreitete sich das Verfahren zunehmend auch in Nord-, Süd- und Osteuropa. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde das Siebdruckverfahren vor allem in den USA mit großem Engagement weiterentwickelt. Bedruckt wurden Schilder, Plakate, Textilien und vieles Andere mehr (Künstlerische Grafik ab ca. 1937), während des Zweiten Weltkriegs dann auch Produkte für die US- Arme ( Schilder, Propagandaplakate etc.). Mitte der 1940er Jahre wurde im Siebdruck anstelle der Seidenganze erstmals Nylongewebe eingesetzt, was die Druckqualität entscheidend verbesserte. Weiterentwicklungen in den Bereichen Schablonenherstellung, Druckfarben und dem Maschinenbau verhalfen dem Verfahren in der Nachkriegszeit weltweit zum Durchbruch. Das Siebdruckverfahren kann man vielseitig einsetzten. Man unterscheidet heute drei wichtige Einsatzgebiete: Den grafischen Siebdruck, den Industriellen Siebdruck und den Textildruck. . Grafischer Siebdruck: Plakate, Kleber, Displays, Verkehrs- und Hinweisschilder, Werbeplanen, Werbegeschenke wie Feuerzeuge etc., Kunstdrucke (Serigrafien), Dekore auf CDs und DVDs Kisten und Bierkästen. . Industrieller Siebdruck: Leiterplatten und elektronische Schaltkreise, Solarzellen, Tasterturfolien etc. . Textildruck: T- Shirts, Sporttaschen, Gardinenstoffe, Bettwäsche, Bekleidungstextilien, Teppiche, Fahnen und vieles andere. Am 1. August 2011 trat der Beruf des Siebdruckers außer Kraft. Sein Nachfolger ist der Ausbildungsberuf Medientechnologe Siebdruck. Siebdruckgewebe: Im Siebdruck werden Spezielle Gewebe in Unterschiedlichen Feinheiten eingesetzt. Der Vorteil des Siebdruckverfahrens liegt darin, dass der Farbauftrag ja nach Gewebefeinheit variiert werden kann und dass viele verschiedenartige Farbsysteme (Farbsorten) verdruckt werden können. Gewebe mit einer Siebfeinheit ergeben dabei einen hohen Farbauftrag z.B. im Textildruck. Allerdings können damit keine feinen Linien oder Raster gedruckt werden, weil das grobe Gewebe die feinen Schablonelemente kaum mehr verankern kann. umgekehrt ist es bei Geweben mit hoher Feinheit es können feine Details gedruckt werden. Die Herstellung von Siebdruckgeweben ist äußerst anspruchsvoll, da die Maschenöffnungen der Gewebe sehr gleichmäßig sein müssen. Es gibt weltweit wenige Hersteller, die sich auf das Weben von Siebdruckgewebe spezialisiert haben. Folgende Siebgewebemateriallien werden heute verwendet: . Polyestergewebe: Sie besitzen grundsätzlich eine hohe Verzugsfeinheit da sie stark gespannt werden können und keine Feuchtigkeit aufnehmen Polyestergwebe werden daher zu 90% aller Siebdruckarbeiten eingesetzt. . Nylongewebe ( Polyamid) : Sie sind dehnbarer und elastischer als Polyestergewebe und sehr beständig gegenüber Druckfarben. Sie werden zum Drucken von nicht flachdruckbaren Stoffen eingesetzt. z.B. beim Keramikdruck ( scheuernde Druckpasten). Aufgrund Ihrer Elastizität und einer relativ hohen Feuchtigkeitsaufnahme sind Polyamidgewebe für passgenaue, großformatige Druckarbeiten nicht geeignet. . Stahlgewebe: Sie sind sehr hoch spannbar, was eine äußerst gute Verzugsfeinheit und Passgenauigkeit beim Drucken ergibt. Zudem sind die Gewebedrähte dünner. Stahlgewebe habe daher eine größere Maschenöffnung als Polyestergewebe, was beim höheren Farbauftrag feinste Linien ermöglicht. Allerdings sind Stahlgewebe sehr teuer und Knickempfindlich. Sie werden deshalb meist nur im Elektronik oder Keramikdruck verwendet. . Screeny: Neuste Generation von Vernickeltem, rostfreiem, geworbenem Stahlgewebe Nachteil die hohe Standzeit. Im Etikettendruck ( rotativer Siebdruck) ist Screeny die am häufigsten eingesetzte Siebdruckplatte. . Rotameh: Hier handelt es sich nicht um ein Gewebe,sondern um eine Platte mit sehr feinen wabenartigen Öffnungen. Es ist je nach Druckarbeit verschiedene Lochfeinheiten erhältlich. . Seidengewebe: Sie wurden bis in die 1950er Jahre im Siebdruck eingesetzt und danach durch Polyamid- und Polyestergewebe eingesetzt. Fadenstruktur: In der Textilindustrie unterscheidet man Gewebefäden, die monofil oder multifil beschaffen sein können. Monofile Fäden sind einfasig wie ein Draht also nicht gesponnen. Mulifil Fäden sind hingegen mehrfasrig also aus mehreren dünnen Fäden versponnen. Da Multifile Fäden schlechter zu reinigen sind, werden diese im Siebdruck seit den 1970er Jahren nicht mehr verwendet. Zudem können damit auch keine Druckpräzision erworben werden. Gewebefeinheit: Die Wahl der Gewebefeinheit ist abhängig von der Beschaffenheit des zu bedruckenden Stoffes, der Feinheit des Druckmotives, der Größe, der Farbpigmente und dem Gewünschten Farbauftrag. Es gibt also im Siebdruck kein Standartgewebe was universell einsetzbar wäre. Die Feinheit wird entweder in Einheit Faden pro Zentimeter oder Maschen Pro Inch gemessen. Letztere Einheit wird beim Industriellen Siebdruck meist verwendet und mit einer sogenannten Messzahl abgekürzt. Die meisten Gewebehersteller bieten Feinheiten von etwa 5 Fäden pro Zentimeter bis 200 Fäden pro Zentimeter an. Die Wahl einer geeigneten Gewebefeinheit erfordert daher eine gewisse Erfahrung. Als ungefähre Richtlinie können folgende Angaben dienen (die Zahl bezeichnet die Anzahl Fäden/cm):

  • bis ca. 30: Druck von Glitter etc., Reliefdruck (Druck von feinen Linien oder Rastern nicht möglich).
  • 30–60: Textildrucke (bei deckendem direkten Druck auf dunkle Textilien ca. 30–40, bei feineren Linien oder Rastern 50–60). Grobpigmentierte Farben wie Nachleuchtfarben, Grobsilber etc.
  • 77–90: Deckende Drucke auf Papiere, Kunststoffe etc. mit glatter Oberfläche, feinpigmentierte Metallicfarben, Tagesleuchtfarben.
  • 120–140: Für feine Linien und Raster auf glatte Bedruckstoffoberflächen bei geringem Farbauftrag.
  • 150–180: Für feinste Linien und Raster. Reduzierter Farbauftrag (UV-Farben).

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siebdruck#mediaviewer/File:Siebdruckgewebefarbe2.jpg

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Siebdruck#mediaviewer/File:Siebdruckgewebefarbe2.jpg

Verschiedene Fadendicken bei gleicher Gewebefeinheit

Für die meisten Siebdruckgewebe werden innerhalb einer bestimmten Feinheit (zum Beispiel 120 Fäden pro Zentimeter) Gewebe mit verschiedenen Fadendicken angeboten. Bei einem 120er Gewebe mit dicken Fäden ist die Reißfestigkeit höher und der Farbverbrauch etwas geringer als bei einem 120er Gewebe mit dünnen Fäden. Beim 120er Gewebe mit dünnen Fäden sind hingegen die Maschenöffnungen größer, was den Druck von feinen, sägezahnfreien Linien oder Rastern erleichtert. Unter dem Begriff „Sägezahn“ versteht man im Siebdruck den störenden Einfluss der Gewebefäden auf das Druckbild. Dünne Linien können dabei durch die Gewebefäden „unterbrochen“ werden, die Linie wirkt an ihren Rändern „gezackt“. Früher wurden die Fadendicken mit den Kürzeln S (small), T (thick) oder HD (heavy-duty) bezeichnet. Als Beispiel:

  • 120 S bezeichnete ein Gewebe mit 120 Fäden pro cm mit dünnen Fäden, großer Maschenöffnung und geringer Gewebedicke.
  • 120 T bezeichnete ein Gewebe mit 120 Fäden pro cm mit mitteldicken Fäden (Standarddicke).
  • 120 HD bezeichnete ein Gewebe mit 120 Fäden pro cm mit dicken Fäden, kleiner Maschenöffnung und höherer Gewebedicke.

Durch den immer stärker werdenden Einsatz des Siebdrucks im technisch-industriellen Bereich wurde eine genauere Beschreibung des Siebgewebes erforderlich: Die alten Bezeichnungen S, T und HD wurden durch die Angabe der Fadendicke in Tausendstelmillimeter (Mikrometer) ersetzt. Beispiele zur neuen, heute üblichen Kennzeichnung:

  • 120-31 statt 120-S
  • 120-34 statt 120-T
  • 120-40 statt 120-HD

Beispiele für mögliche Einsatzgebiete:

  • Gewebe mit dünnen Fäden sind speziell für den Druck feiner Linien und Raster geeignet (dünne Fäden, große Maschenöffnung).
  • Gewebe mit mitteldicken Fäden sind für die meisten grafischen Siebdruckarbeiten geeignet.
  • Gewebe mit dicken Fäden sind reiß- und scheuerfester. Sie werden auch für einen reduzierten Farbauftrag eingesetzt (kleine Maschenöffnung).

Im Vergleich zum Durchmesser eines menschliches Haares sind die Fäden eines 120er Gewebes nur etwa halb so dick. Gewebefarbe: Die Gewebefarbe hat bei der Siebbelichtung einen Einfluss auf die Druckqualität der Schablone. Bei der Belichtung dringt das Licht in die Kopierschicht ein und wird an der Fadenoberfläche reflektiert. Dies kann bei ungefärbtem „weißen“ Gewebe eine Unterstrahlung der Kopiervorlage (Film) bewirken. Dünne Linien oder Rasterpunkte werden durch die Unterstrahlung noch dünner oder werden in der Schablone gar nicht mehr abgebildet. Bei gelb gefärbtem Gewebe wird nur gelbes Licht in die Kopierschicht reflektiert. Gelbes Licht bewirkt keine „Aushärtung“ der lichtempfindlichen Schablonenschicht. Gefärbte Gewebe ermöglichen so eine gute Detailwiedergabe. Gewebe mit geringer Siebfeinheit (z. B. 30er Gewebe) werden oft nicht eingefärbt. Der Grund dafür ist, dass die Maschenweite größer ist als bei hohen Siebfeinheiten und deshalb geringer unterstrahlt wird. Ebenso verkürzt sich die Belichtungszeit wesentlich. Zudem werden mit solch groben Geweben auch kaum feinste Motive gedruckt. Müssen bei gleicher Siebfeinheit (z. B. 120 Fäden/cm) sowohl ungefärbte („weiße“) wie auch gelb gefärbte Gewebe belichtet werden, so sollte die Belichtungszeit bei ungefärbtem Gewebe im Vergleich zu gefärbtem Gewebe um etwa die Hälfte verkürzt werden. Beispiel: gefärbte Gewebe 2 Minuten, ungefärbte Gewebe eine Minute. Siebdruckrahmen: Siebdruckrahmen werden oft aus Aluminium aber auch aus Stahl hergestellt seltener aus Holz angefertigt Da Holz zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und sich verzieht sie werden straff mit dem Gewebe bespannt. so ein Gewebe kann gut mit dem Gewebe eine Tennisschlägers verglichen werden. Aluminiumrahmen sind leichter als die aus Stahl und sie sind nicht so rostempfindlich. Der Rahmen muss immer größer als das Druckbild sein damit ein Rahmen vorhanden ist. Eine Verformung des Siebdruckrahmens bewirkt einen Spannungsabfall des Gewebes und kann folgende Druckprobleme ergeben:

  • Verzug des Druckbildes und damit kein passgenaues Druckresultat,
  • Beim Druckvorgang schlechtes Auslösen des Gewebes hinter der Rakel („Wolkenbildung“ in der Farbfläche),
  • Passerprobleme im Mehrfarbendruck beim Einsatz von Druckrahmen mit unterschiedlicher Gewebespannung.

Siebspannung: Siebdruckgewebe werden mit hoher Spannung auf den Rahmen aufgeklebt. Das Bespannen der Rahmen erfolgt in der Regel nicht in den Siebdruckereien, da es zeitaufwändig ist und geschultes Personal erfordert. Die Zulieferindustrie bietet deshalb spezielle Spanndienste als Dienstleistung an. Zum Bespannen des Rahmens wird das Gewebe in ein Spanngerät eingelegt und an allen vier Seiten mit Kluppen festgeklemmt. Der Rahmen befindet sich unter dem Gewebe. Nun wird das Gewebe langsam gestreckt, und zwar gleichmäßig in alle vier Richtungen, bis die gewünschte Spannung erreicht ist. Die Gewebespannung wird in Newton pro Zentimeter entlang der Außenkante des Rahmens gemessen, ein Polyestergewebe von 120 Fäden/cm wird mit etwa 18–20 N/cm vorgespannt. Das gespannte Gewebe wird mit der Klebefläche des Rahmens in Kontakt gebracht. Um einen einwandfreien Gewebekontakt zu erreichen, werden an der Innenseite des Rahmens Stahlgewichte (Stahlstäbe) auf das Gewebe gelegt. Mit einem Pinsel wird nun ein schnell aushärtender Zweikomponentenklebstoff durch das Gewebe hindurch auf den Rahmen gestrichen. Der Kleber diffundiert dabei durch die offenen Gewebemaschen und verklebt das Gewebe mit dem Druckrahmen. Nach der Aushärtung des Klebstoffs innerhalb von 30 Minuten ist das Gewebe fest und unlöslich mit dem Rahmen verklebt. Nun können die Spannkluppen gelöst und der bespannte Rahmen aus dem Spanngerät entnommen werden. Überstehendes Gewebe, das sich außerhalb an den Rahmenkanten befindet, wird mit einem Messer weggeschnitten. Der bespannte Rahmen benötigt eine Ruhezeit von etwa 24 Stunden, da sich beim Gewebe zwangsläufig ein leichter Spannungsabfall ergibt. Danach kann der Rahmen für den passgenauen Druck eingesetzt werden.